Im Rahmen der digitalen Clusterkonferenz sind am 22. September 2020 zwei Unternehmen mit dem „Brandenburger Innovationspreis“ 2020 im Cluster Ernährungswirtschaft  ausgezeichnet worden: Die Unternehmen teilen sich ein Preisgeld von 10.000 Euro.

Agrargesellschaft Emsterland:

Grasmilch Brandenburg – „Weidemilch auf irische Art“
Ganzjährige Weidehaltung von Milchvieh ist in Deutschland ungewöhnlich. Die Produktion von Milch und Molkereiprodukten ist in Brandenburg bisher von einer intensiven Stall-Milchviehhaltung geprägt. Die Agrargesellschaft Emsterland der Brüder Paul und Stephen Costello hält hingegen 950 Milchkühe der Rasse Jersey in ganzjähriger Weidehaltung. Unter der Marke „Grasmilch Brandenburg“ produzieren die beiden irischen Landwirte eine „klimaneutrale Vollmilch“ für den Lebensmitteleinzelhandel. Etwa 25 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen des Landes Brandenburg bestehen aus Grünlandflächen, die selten zur Beweidung durch Milchvieh genutzt werden. Im Sinne einer nachhaltigen Weiterentwicklung landwirtschaftlicher Nutzung haben aber gerade Grünlandflächen eine besondere Bedeutung – etwa durch CO2-Bindung und Kreislaufwirtschaft. Mit dem „Farm-System ganzjährige Weidehaltung“ zeigen die Costellos, dass auch unter den mageren Bodenverhältnissen und schwierigen klimatischen Bedingungen in Brandenburg eine wirtschaftlich lohnende ganzjährige Weidehaltung möglich ist – etwa durch regelmäßigen Wechsel der Weiden. Das Konzept „Grasmilch Brandenburg“ kann als innovatives Modellprojekt für landwirtschaftliche Betriebe dienen, die sich den zukünftigen Anforderungen an nachhaltige Landwirtschaft stellen wollen.

 

Stenon GmbH:

FarmLab – Echtzeit-Bodenanalyse für die Landwirtschaft
Landwirte müssen regelmäßig Bodenanalysen durchführen, um unter anderem die Nährstoffverteilung auf den bewirtschafteten Flächen zu untersuchen. Diese Information bildet die Grundlage für die Düngergabe. Die Stenon GmbH hat eine Technologie für den Einsatz in der Landwirtschaft entwickelt, die es ermöglicht, essentiell wichtige Bodenanalysen in Echtzeit sofort auf dem Feld umsetzen zu können. Damit wird ein überholter Prozess ersetzt, bei dem eine Extraktion von Bodenproben und das Einschicken in spezialisierte Labore notwendig ist. Die Technologie basiert auf einem weltweit einzigartigen Sensorfusionsprinzip, für das Stenon bereits 2018 ein Patent eingereicht hat. Über die Kombination modernster Messprinzipien werden pro Messung ca. 4.900 Rohdatenpunkte erzeugt, die anschließend cloudbasiert ausgewertet werden. Diese cloudbasierte Auswertung basiert auf Machine-Learning-Prinzipien bzw. Algorithmen, die ebenfalls speziell für diesen Einsatz von der Stenon GmbH entwickelt wurden. Nicht zuletzt werden Düngeempfehlungen auf Basis der bestehenden Düngemittelverordnung abgegeben, die auf den Messergebnissen beruhen.

Die Preisverleihung am 22. September 2020